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GSK 1. Mannschaft

1. Bundesliga 2007/2008

Runde 1+2 in Remagen 20./21. Oktober 2007


Der Godesberger SK hatte zu den ersten beiden Runden der neuen Saison, die beim Reisepartner Remagen stattfanden, die Erfolgsmannschaft des letzten Jahres, verstärkt um Neuzugang Christopher Lutz aufgeboten. Gegen Bindlach waren wir von der Papierform her nur leicht benachteiligt, gegen Erfurt sollte ein Sieg her. Am Samstag trafen wir zunächst auf Bindlach, und der Kampf ließ sich gut an. Zwar standen Florian Jenni und Thomas Jackelen zumindest zeitweise kritisch, auf der Habenseite hatten wir aber auch einige chancenreiche Stellungen. Eine dieser Partien sollte letztlich das Schicksal des Kampfes entscheiden: David Baramidze hatte gegen den Autor alle Brücken hinter sich abgerissen, aber leider übersah ich einen klaren Gewinn und geriet dann selbst unter Druck. Später war die Stellung wieder vorteilhaft für mich, aber die starke Zeitnot (weniger als eine Minute für zwölf Züge!) forderte ihren Tribut - ich lief in ein dreizügiges Matt. Parallel dazu hatte Falko Bindrich gegen Hedinn Steingrimsson gewonnen, so dass Bindlach mit zwei Gewinnpartien in Führung lag. Dies konnten wir auch nicht mehr aufholen - die übrigen Partien endeten unspektakulär remis und wir verloren 3:5. Jedoch hatten wir zumindest ein 4:4 auf den Brettern.

Tags darauf also der Kampf gegen Erfurt, die vor der Saison als klarer Absteiger gehandelt waren, aber am Samstag überraschend Remagen besiegten. Zunächst trennte sich Alexander Dranov von seinem Gegner Thomas Casper, der trotz der weißen Steine äußerst friedlich gestimmt war, remis. Wenig später folgten Christopher Lutz und Jan Votava. Bei mir selbst hatte der Vortag Spuren hinterlassen - ich stellte in der Eröffnung einen Bauern ein und konnte die Niederlage in den darauf folgenden fünf Stunden nur noch hinauszögern. Auch Thomas Jackelen übersah eine taktische Finte gegen Peter Enders, wonach die Stellung auf Dauer nicht zu halten war. Dafür hatte Florian Jenni gegen den unkonventionellen "Franzosen" seines Gegners Vorteil erzielt und konnte diesen kurz vor der Zeitkontrolle in einen vollen Punkt ummünzen. Tomas Likavsky musste mit Schwarz lange um den Ausgleich kämpfen, Hedinn Steingrimssons Stellung befand sich stets im Gleichgewicht. Es kam also alles auf die Partie am Spitzenbrett an, da abzusehen war, dass ich mein Endspiel mit Minusbauern verlieren würde. Martin Krämer, das erste Brett der Erfurter, leistete unserem Rustam Kasimdzhanov heroischen Widerstand und hielt die Partie lange in der Remisbreite. Erst in der sechsten Stunde griff er fehl, entfernte im Damenendspiel seinen König vom gegnerischen Freibauern und musste schließlich kapitulieren. Damit hatte Rustam den Kampf, der nun 4:4 endete, aus dem Feuer gerissen. Vom Verlauf des Kampfes her müssen wir mit diesem Punkt mehr als zufrieden sein, mit Blick auf das Ziel Klassenerhalt war dies aber zu wenig.

Jan Sprenger

 

GM David Baramidze (TSV Bindlach) gegen IM Jan Sprenger (Godesberger SK)

Sizilianische Verteidigung
1.e4 c5 2.Se2 e6 3.c3?! Damit kann Weiß keinen Vorteil erlangen. 3...Sf6 4.e5 Sd5 5.d4 cxd4 6.cxd4 d6 7.exd6 Lxd6 8.Sbc3 Sxc3 9.Sxc3 0-0 10.Le3 Ld7 11.Ld3 Lc6 12.Dg4?! [Besser war 12.Dh5 g6 13.Dh6 Te8 mit verteilten Chancen.] 12...f5! 13.Dh3 Df6 Nun ist die weiße Dame außer Spiel. 14.0-0-0? Rochiert auf die falsche Seite. [Weiß sollte 14.Lc4 spielen, um d4-d5 vorzubereiten. Nach 14...Sd7 15.d5 Se5 kann er das trickreiche 16.Ld4 spielen, mit unklarer Stellung. Hingegen gibt 16.dxc6 Sxc4 17.cxb7 Tab8 Schwarz gute Kompensation.] 14...Sa6 15.d5? Dieses Bauernopfer sollte nach hinten losgehen. 15...exd5 16.g4 Le5! Droht d5-d4 sowie das Nehmen auf c3. 17.Kb1!? [17.Lxf5 g6 18.Lc2 Lxc3 19.bxc3 Dxc3 und Schwarz gewinnt aufgrund der Drohung Sb4.]

17...Sb4?? Ein grober Fehler. Es gewinnt 17...d4! 18.Lxf5 g6 19.Se4 De7 20.Lg5 Df7, und bei Weiß hängen alle Figuren. 18.Lxf5 g6 19.f4! Nun ist die Stellung unklar, und Schwarz hat sehr wenig Zeit übrig... 19...Lxc3 20.bxc3 gxf5 Auf 20...Dxc3 folgt 21.Le6+ Tf7 22.Lxf7+ Kxf7 23.Dxh7+ mit starkem Angriff. 21.Thg1!? Dxc3 22.gxf5+ Kf7 23.Dxh7+ Ke8 24.f6 Dc2+! 24...Dxf6 25.Lc5 ist zu gefährlich. 25.Dxc2 Sxc2 26.Lc5 Kf7 27.Tg7+ Kxf6 28.Tdg1 Th8 29.Kxc2 Txh2+ 30.Kc3 Th3+ 31.Kd4 Te8 32.T1g6+?! Weiß spekuliert auf die extreme gegnerischer Zeitnot und sucht das Risiko. 32...Kf5 33.Tg5+ Kxf4 34.Ld6+ Kf3 35.Tf5+ Ke2 36.Tg2+ Ke1?? [36...Kd1 mit der Idee 37.Tf1+ Te1 hätte Schwarz - sofern er die Zeit schafft - beträchtlichen Vorteil gesichert.] 37.Lb4+ Schwarz wird mattgesetzt. 1-0

Kommentar
Von Jan Sprenger

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zuletzt geändert am 22. Oktober 2007