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GSK 1. Mannschaft

NRW Klasse Gruppe 2 2018/2019

Bericht Runde 6

SVG Plettenberg I - Godesberger SK I (5 : 3)




GSK1 verliert in Plettenberg

In der 6. Runde der NRW Klasse ging es für GSK1 bei frühlingshaftem Wetter ins sauerländische Plettenberg, eine der nominell stärksten Mannschaften der Liga. Trotz logistischer Hindernisse, wie Straßensperrungen und irreführendem Navi, erreichten wir pünktlich das Spiellokal.

Wir mussten die Reise leider ohne unseren verhinderten GM Nasuta am Spitzenbrett antreten, so dass Plettenberg fraglos in der Favoritenrolle war. Allerdings traten auch die Gastgeber nicht in Bestbesetzung an, so dass die ELO-Differenz überschaubar war. Zusammengefasst hatte Plettenberg an den vorderen Brettern die höheren Zahlen und wir an den hinteren Brettern.

Bei meinen kurzen Rundgängen während der ersten zwei Stunden gefiel mir die Entwicklung aber ganz und gar nicht. Pawel (3) kam gegen einen Königsinder sehr schlecht aus der Eröffnung, Niklas (4) misshandelte sein Caro-Kann und Stephen (6) bekam einen Rossolimo-Sizilianer um die Ohren geschlagen. An anderen Brettern konnte ich zu diesem Zeitpunkt bestenfalls vereinzelt optische Vorteile erkennen.

Den chronologischen Ablauf habe ich nicht mitbekommen, daher fange ich vorne an. Rüdiger (1) einigte sich mit seinem Gegner GM Haub aufgrund ungleicher Läufer recht bald auf Remis, ein solides Ergebnis. An einer Stelle hätte Rüdiger einen Vorteil erreichen können, wie der Computer hinterher verriet. Den Zug hatte er aber überhaupt nicht auf dem Radar und er sieht auch sehr unmenschlich aus. Wer es versuchen möchte, hier ist die Stellung:
 

Brett 1: Seger – Haub; Weiß am Zug


Hier spielte Rüdiger Le4, hätte aber mit Lg6! ± deutlichen Vorteil erreichen können. Den Zug zu sehen ist schon schwer genug, ihn dann aber auch noch richtig zu bewerten bestenfalls für Topspieler möglich.

Pawel versuchte durch Opfer noch zu tricksen, sein Gegner ließ sich davon aber nicht irritieren und gewann souverän.

Niklas kämpfte in schwieriger Stellung dagegen hartnäckig und belohnte sich mit einem halben Punkt.

Leider konnte Thomas (5) aus seiner (optisch ansprechenden) Stellung nichts herausholen und landete sogar in einer Verluststellung.

Bei Stephen war auch keine Besserung in Sicht, sein König blieb im Zentrum stecken und bot den weißen Figuren ein schmackhaftes Angriffsziel.

Keno (8) sorgte dafür, dass noch nicht alle Hoffnung verloren war und baute seine ansprechende Stellung langsam aber sicher zu einer Gewinnstellung aus. Hier noch eine kleine Taktikaufgabe, was ist im folgenden Diagramm der klarste Gewinnzug für Schwarz? Zweitbeste Züge zählen hier nicht.
 

Brett 8: Kuhnen – Lübsen; Schwarz am Zug


Keno spielte hier den zweitbesten Zug 1…Sg4?! und Weiß gab vielleicht etwas frühzeitig auf. Wesentlich klarer wäre dagegen 1…Lxe3! 2.fxe3 Sg4 und Weiß kann nur zwischen Damenverlust und sofortigem Matt wählen.

Zwischenstand 2:4, also mussten Christian (2) und meine Wenigkeit (7) gewinnen und zumindest bei mir sah es auch gut aus. Christians zwischenzeitlicher Mehrbauer war aber nicht so viel Wert, das Läuferpaar des Gegners bot ausreichende Kompensation und aktive Möglichkeiten. Am Ende stellte Christian die Partie mit einem groben Patzer ein, so dass ich nur noch Schadensbegrenzung betreiben konnte.

Zum Abschluss im folgenden Diagramm noch eine positionelle Übung aus meiner Partie. Mein Gegner baute sich zunächst recht defensiv auf, ließ seinen König im Zentrum und plante offenbar einen Angriff am Königsflügel zu initiieren, zumindest ließ sein letzter Zug …Lg7-f6 mich selbiges denken. Was ist hier ein guter Plan für Weiß:
 

Brett 7: Wecker – Winterkamp; Weiß am Zug


Es heißt ja immer wieder einen Flügelangriff soll man im Zentrum kontern. Allerdings würden sich die schwarzen Figuren nach 1.d5 über das Feld e5 freuen. Was macht man dagegen? Einfach einen schwarzen Bauern nach e5 „stellen“. Also spielte ich 1.e5! dxe5 2.d5 ± und schwarz würde wohl lieber auf den Bauern e5 verzichten, dieser steht einfach nur im Weg. Die Blechkiste findet 2.Sxe5 übrigens ähnlich vorteilhaft, allerdings erscheint mir diese Abwicklung weniger menschlich. Nach 2.d5 gab Schwarz den Bauern kurze Zeit später jedenfalls mit e4 freiwillig zurück, verblieb aber trotzdem mit einer Verluststellung. Noch ein paar Züge später stand dann eine Mehrfigur für mich zu Buche. Dennoch musste ich für den Sieg bis ins Endspiel gehen und es war die letzte Partie des Tages zum 3:5 Endstand.

In Summe hat Plettenberg heute einfach besseres Schach gespielt und verdient gewonnen. Nach den schweren Spielen gegen Essen und Plettenberg heißt es für uns jetzt die Kräfte neu zu sammeln und einen Platz im oberen Mittelfeld zu sichern. Es geht am 17.3. mit einem Heimspiel gegen Bielefeld weiter.

Bericht von Martin Wecker
 

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zuletzt geändert am 8. März 2019