„Bedingungslos fighten“ – mit diesem Motto von Hansi Flick hatte sich GSK 4 auf die vierte Runde in der Verbandsliga Mitte eingestimmt. Denn diesmal ging es gegen den Tabellenführer der Staffel und von der Papierform waren wir eigentlich der Underdog der Begegnung. Während die deutsche Nationalelf dann leider ausschied, setzte GSK 4 demgegenüber das Motto perfekt um. Unser Spiel letzten Sonntag (4.12.) gegen die 1. Mannschaft des Kölner Satranc Club gewannen wir mit einem klaren 21:10 (6.5:1.5). Unser dritter Sieg in Folge, was bedeutet, dass wir jetzt – vor Weihnachten – plötzlich selbst an der Tabellenspitze stehen. Wer hätte das zu Beginn der Saison gedacht?
Der Spielverlauf im Einzelnen: Da ein Spieler der Heimmannschaft nicht erschien, konnten wir nach einer halben Stunde bereits einen ersten, kampflosen Punkt für Godesberg eintragen. Hier zahlte sich erneut die hohe Einsatzbereitschaft unseres Teams aus. Wenig später folgte ein weiterer voller Punkt für uns, in diesem Fall durch eine Taktik in der Eröffnung. Peter Foitzik hatte mit Schwarz seinen Gegner in einem geschlossenen Sizilianer erfolgreich aus dem Konzept gebracht. Beim Umgruppieren seiner Figuren übersah dieser eine Springergabel, die direkt einen ganzen Turm kostete.
Auch Markus Albert und Edgard konnten schon in der Eröffnung entscheidenden Vorteil erzielen. Markus nutzte mit Weiß in einem Taimanov-Sizilianer den Umstand, dass Schwarz es versäumte, das „Loch“ auf d6 mit Dc7 und a6 zu schützen. In der weiteren Partie konnte er dort zunächst einen Springer postieren, dann seine Dame und zuletzt wieder einen Springer, während die Entwicklung von Schwarz dauerhaft eingeschränkt blieb. Edgard (mit Schwarz) beglückte seine Gegnerin in einer Spanischen Partie mit dem Jänisch-Gambit und gewann schnell zwei Bauern. Der folgende Königsangriff war unwiderstehlich.
Aufgrund des kampflosen Punktes war damit der Mannschaftssieg bereits komplett. Peter Müller und Ralf einigten sich mit ihren Gegnern auf Remis, und auch in meiner Partie gestaltete sich der Verlauf so, dass ich das zuerst abgelehnte Remis später selbst anbot. Es verblieb die Partie von Nikita, dessen 200 DWZ-Punkte höher eingestufter Gegner natürlich keinen halben Punkt abgeben wollte. Den Sc6-Sizilianer von Schwarz hatte Nikita (mit Weiß) zu diesem Zeitpunkt bereits erfolgreich mit einem Königsindischen Angriff gekontert, was früh zum Damentausch und weiteren Vereinfachungen geführt hatte. Das entstandene Endspiel konnte Nikita mit der besseren Bauernstruktur angehen und es zeigte sich, dass jeder weitere Abtausch seine Position nur verbesserte. Als der Gegner es dann zuließ, dass Weiß mit seinen Bauern vorrückte und die Bildung eines Freibauern vorbereitete, kippte die Partie endgültig. Es brauchte noch 20 weitere Züge, bis der Freibauer vor der Umwandlung stand. Aber dann gab der Gegner nach knapp 6 gespielten Stunden schlussendlich doch auf. Eine starke Leistung von Nikita! Von so einer Mannschaft hat Hansi Flick geträumt.
Mit diesem schönen Ergebnis können wir nun guter Dinge in die lange Winterpause gehen. Die 5. Runde wird gemäß Saisonplanung erst am 5. März 2023 stattfinden, ein Heimspiel gegen KSK Dr. Lasker 3, das wir wegen Belegung des Trinkpavillons durch GSK 1 im Ersatzspiellokal bei Peter Foitzik in Kessenich durchführen werden. Der uns dann bevorstehende Gegner hat in der 4. Runde gegen Lohmar mit 12:20 deutlich schlechter abgeschnitten als wir. Also, auch beim nächsten Spiel gilt: Wir haben Chancen, unseren Lauf fortzusetzen.
Br. | Satranç Club 1 | - | Godesberger SK 4 | 10:21 |
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1 | Nikolov, Rumen | - | Rau, Nikita | 0:1 |
2 | Manay, Güven | - | Müller, Peter | ½:½ |
3 | Schüler, Hans-Ulrich | - | Schumacher, Markus | ½:½ |
4 | Langen, Dirk | - | Maurer, Ralf | ½:½ |
5 | Chaus, Maria | - | Albert, Markus | 0:1 |
6 | Öztürk, Hilal | - | Zhuikov, Edgard | 0:1 |
7 | Welches, Torsten | - | Große-Gehling, Thomas | -:+ |
8 | Kyritsis, Lazaros | - | Foitzik, Peter | 0:1 |
Wow! Glückwunsch an alle Spieler und an Markus als Mannschaftsführer! Dein kämpferischen Spirit ist offensichtlich ansteckend. Peter H.